Der Empfang ist in vielen Schweizer KMU die teuerste Stelle, über die am wenigsten gesprochen wird. Eine eigene Empfangskraft kostet ein Vielfaches ihres Bruttolohns, eine Combox kostet nichts und leistet auch nichts, und dazwischen liegt eine Bandbreite an Möglichkeiten, die kaum jemand sauber gegeneinander rechnet. Dieser Beitrag legt die Rechnung offen: mit Schweizer Lohndaten, benannten Annahmen und dem ehrlichen Hinweis, wo jede Variante an ihre Grenze kommt.
- Was eine eigene Empfangskraft den Betrieb tatsächlich kostet
- Warum die Combox die teuerste Gratis-Lösung ist
- Telefonservice, Teilzeit und KI-Assistent im direkten Vergleich
- Woran du erkennst, welche Variante zu deinem Betrieb passt
Die Frage hinter der Frage
Wer nach einem kostengünstigen Empfang sucht, will selten wirklich den Empfang abschaffen. Er will, dass Anrufe angenommen werden, ohne dass eine Vollzeitstelle daran hängt. Das ist eine andere Frage, und sie hat auch eine andere Antwort.
Bevor man Varianten vergleicht, lohnt sich deshalb eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie viele Anrufe kommen pro Tag? Wie viele davon sind echte Anfragen, wie viele Rückfragen von Bestandskunden, wie viele Werbung? Und vor allem: Wie viele bleiben heute unbeantwortet? Ohne diese Zahlen ist jeder Kostenvergleich Theorie.
Was eine Empfangskraft wirklich kostet
Der Bruttolohn ist nur der Anfang. Zum Lohn kommen Arbeitgeberbeiträge an AHV, IV, EO, Arbeitslosenversicherung, Pensionskasse und Unfallversicherung. Das Bundesamt für Statistik weist in der Lohnstrukturerhebung ausdrücklich darauf hin, dass in den publizierten Bruttolöhnen die Arbeitnehmerbeiträge enthalten sind, die Arbeitgeberbeiträge aber nicht.
Für die Grössenordnung: Das Vergleichsportal lohnanalyse.ch nennt für Empfangsmitarbeitende in der Schweiz einen Medianlohn von rund CHF 58’000 im Jahr, bei einer Bandbreite von etwa CHF 35’750 bis CHF 97’500. Wichtig zur Einordnung: Diese Angaben beruhen laut Portal auf Nutzereingaben und sind ausdrücklich als Schätzwerte deklariert, nicht als amtliche Statistik. Der amtliche Medianlohn über alle Berufe liegt laut BFS-Lohnstrukturerhebung 2024 bei CHF 7’024 brutto pro Monat.
Rechnet man mit einem Jahresbruttolohn von CHF 58’000, kommen Arbeitgeberbeiträge in der Grössenordnung von 15 bis 20 Prozent dazu. Damit liegen die Vollkosten bei rund CHF 67’000 bis 70’000 pro Jahr, also etwa CHF 5’600 bis 5’800 pro Monat. Und darin sind Ferien, Krankheitstage, Weiterbildung, Arbeitsplatz und Einarbeitung noch nicht abgebildet.
Die Rechnung, die selten jemand macht
Entscheidend ist nicht der Monatsbetrag, sondern die Abdeckung. Eine Vollzeitstelle deckt rund 42 Stunden pro Woche ab, abzüglich Ferien und Absenzen. Eine Woche hat 168 Stunden. Selbst mit einer Vollzeit-Empfangskraft ist der Betrieb also während rund drei Vierteln der Woche telefonisch nicht besetzt.
Genau in diesen Lücken passiert das, was Betriebe eigentlich vermeiden wollen: Der Anrufer kommt nicht durch und wählt die nächste Nummer. Der Empfang löst das Problem also nur für den Ausschnitt, in dem er anwesend ist.
Warum die Combox die teuerste Gratis-Lösung ist
Die Combox kostet nichts und wird deshalb selten hinterfragt. Sie speichert eine Nachricht, wenn niemand abnimmt. Damit beginnt die Arbeit allerdings erst: abhören, verstehen, Rückrufnummer notieren, Dringlichkeit einschätzen, zurückrufen. Bei mehreren Nachrichten parallel wird daraus ein Stapel unerledigter Rätsel.
Dazu kommt der Teil, den man nicht sieht: Wer nicht auf ein Band sprechen mag, hinterlässt gar nichts. Diese Anrufe erscheinen in keiner Statistik – sie sind einfach weg.
Die Varianten im direkten Vergleich
Die Zeile zum externen Telefonservice bleibt bewusst offen: Die Preise der Anbieter hängen stark vom Anrufvolumen und vom vereinbarten Umfang ab und lassen sich nicht seriös in eine Zahl fassen. Wer diese Variante prüft, sollte Offerten mit dem eigenen, gemessenen Anrufvolumen einholen.
| Eigene Empfangskraft (100 %) | ca. CHF 5’600–5’800 Vollkosten | Bürozeiten, abzüglich Ferien und Absenzen | Persönlicher Kontakt, volle Flexibilität |
|---|---|---|---|
| Empfang in Teilzeit (50 %) | ca. CHF 2’800–2’900 Vollkosten | Halbe Bürozeiten | Persönlicher Kontakt, aber grössere Lücken |
| Combox | CHF 0 | Rund um die Uhr Aufnahme | Eine Tonspur, die noch abgehört werden muss |
| Externer Telefonservice | je nach Anbieter und Volumen | Vereinbarte Zeiten | Mensch am Telefon, Notiz ans Team |
| KI-Telefonassistent | ab CHF 29 (CiaoSepp Lite) | Rund um die Uhr | Strukturierter Fall mit Anliegen und Dringlichkeit |
Was ein KI-Telefonassistent leistet – und was nicht
Ein KI-Telefonassistent nimmt den Anruf entgegen, führt ein Gespräch, fragt nach dem Anliegen und übergibt das Ergebnis strukturiert an dein Team: wer angerufen hat, worum es geht, wie dringend es ist. Aus einem Anruf wird ein bearbeitbarer Fall statt einer Audiodatei.
- Er nimmt rund um die Uhr ab, auch nachts, an Wochenenden und in den Ferien.
- Er erfasst das Anliegen im Gespräch, statt es dem Zufall zu überlassen.
- Er markiert Dringendes als dringend, damit dein Team zuerst dort reagiert.
- Er ersetzt nicht den persönlichen Kontakt: Die Beratung machst du weiterhin selbst.
- Er entscheidet nichts und führt nichts aus – er erfasst, priorisiert und meldet.
Ersetzen oder entlasten?
Für die meisten Betriebe ist «ersetzen» die falsche Frage. Wo bereits jemand am Empfang sitzt, ist der Assistent eine Ergänzung: ausserhalb der Öffnungszeiten, in Ferienzeiten, bei Krankheitsausfällen und als Überlauf, wenn alle Leitungen besetzt sind.
Wo es keinen Empfang gibt – und das ist in Handwerksbetrieben, kleinen Praxen und Kanzleien die Regel – geht es nicht ums Ersetzen, sondern darum, überhaupt erreichbar zu sein, während das Team arbeitet.
Die ehrliche Antwort auf die Kostenfrage lautet deshalb: Ein KI-Telefonassistent ist keine günstigere Empfangskraft. Er ist etwas anderes. Er deckt die Stunden ab, die eine Stelle nie abdecken kann, und kostet dabei einen Bruchteil.
Woran du erkennst, was zu dir passt
Am ehrlichsten prüfst du es selbst: Teste Sepp direkt im Browser und schau dir an, was statt einer Sprachnachricht bei deinem Team ankommen würde. Der Einstieg liegt bei CHF 29 im Monat, die Einrichtung dauert rund 15 Minuten, und mit der 30-Tage-Geld-zurück-Garantie bleibt der Versuch risikofrei.
- Kommen die meisten Anrufe während der Bürozeiten und braucht es Beratung am Telefon? Dann führt an einer Person kein Weg vorbei.
- Klingelt es vor allem dann, wenn niemand greifbar ist? Dann liegt das Problem in der Abdeckung, nicht in der Person.
- Geht es überwiegend um Erstkontakte und Terminwünsche? Dann reicht eine strukturierte Erfassung, um den Auftrag zu sichern.
- Ist das Volumen unregelmässig – ruhige Wochen, dann Spitzen? Dann ist eine feste Stelle teuer eingekauft.
Quellen
- Bundesamt für Statistik – Schweizerische Lohnstrukturerhebung, Medianlohn 2024 (CHF 7’024 brutto)
- SRF – Bericht zur BFS-Lohnstrukturerhebung 2024, inkl. Zusammensetzung des Bruttolohns
- lohnanalyse.ch – Empfangsmitarbeiter/in Schweiz (Vergleichsportal, Angaben laut Betreiber Schätzwerte auf Basis von Nutzereingaben)
- Bundesamt für Statistik – Salarium, statistischer Lohnrechner


